Altes Handwerk | Wider den Know-how-Verlust

Die vielfache Besiedelung der Gegend um Valencia und Alicante hat unzählige Spuren hinterlassen und nicht nur die Mauren mit ihrer Kultur sind bis heute prägend. Städte und Dörfer haben ihre eigene Geschichte, ihre Besonderheiten und Geschichten.


Tief verwurzelt in den Generationen konnten sich so Traditionen erhalten, die heute noch in der Region gelebt werden. Unzählige Fiestas, deren Ursprung weit zurückreicht, werden bis heute gefeiert, die Historienspiele „Moros y Christianos“ gehören zweifellos dazu.


Aber auch alte Gewerke haben sich erhalten und in moderne Zeiten hinübergerettet. Das Töpferdorf Agost im Hinterland der Costa Blanca ist lebendiges Beispiel dafür, wie sich ein Handwerk gegen alle Widerstände der Zeit erhalten kann. Bereits 1797 erwähnte der Naturforscher Cavanilles, dass es in Agost Töpfereien gibt, denn die lehmige Erde in der Region ist prädestiniert für eine derartige Verwendung. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich eine ganze Industrie für Töpferwaren, 40 Werkstätten waren in dem kleinen Ort damit beschäftigt, Keramiken für den Haushalt, Küchengeschirr, aber auch Ziegel und Backsteine herzustellen. Bis in die 1950 Jahre hatten die Töpfer ein gutes Auskommen. Als jedoch mit der Erfindung des Kunststoffes auch Produkte wie die von Tupperware (gegründet 1946 und dank der genialen Verkäuferin Brownie Wise über die ersten Tupperpartys zum Erfolg geführt) möglich wurden und ihren Siegeszug in den Haushalten in den USA und Europa feierten, verloren die Töpfer in relativ kurzer Zeit einen Großteil ihrer Erwerbsmöglichkeiten.


Die zunehmende Industrialisierung beschleunigte das Sterben der traditionellen Handwerksbetriebe. Trotzdem haben sich in Agost bis heute noch einige erhalten und pflegen die Töpferei weiter. Unter dem Markennamen „Agost fet a mà“ haben sich vier von ihnen zusammengeschlossen, um die besondere Handwerkskunst der Töpfer von Agost zu bewahren. Ein Töpfermuseum, Museo de Alfarería, das Anfang der 1980er Jahren des 20. Jahrhunderts von der Deutschen Ilse Schütz gegründet wurde, bewahrt das Erbe der Töpfer und gibt Einblicke in die Herstellung der Keramiken.

Eines der wichtigsten Keramiken, die in Agost hergestellt wurden und immer noch werden, ist der traditionelle spanische Wasserkrug „botijo“, der „schwitzende Krug“. Dabei handelt es sich um einen Krug, dessen gebrannter Ton porös bleibt und feinste Wassertröpfchen nach außen durchdringen lässt. Das Wasser verdunstet und über die entstehende Verdunstungskälte wird das Wasser im Inneren des Kruges gekühlt – auch bei großer Hitze bleibt das Wasser so im Durchschnitt 4 bis 5 Grad kälter. Ein geniales Prinzip, dass sich in der spanischen Wärme seit Jahrhunderten bewährt hat.

Andere Töpfer in Agost verstehen sich heute mehr als Kunsthandwerker und haben innovative Technologien zur Gestaltung und zum Brennen der Keramiken entwickelt. Der Markt für dekorative Objekte und Kunstwerke ist lukrativer, denn trotz des weniger beschaulichen Ambientes im Ort entdecken auch immer mehr Touristen Agost und seine Töpfertradition.



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